Geld verdienen als Imker*in?

Weshalb wir Bienen abgeben Ab 120 Bienenvölkern und mehr kann man als Imkerei und Zuchtbetrieb kostenneutral arbeiten, so sagen erfahrene Imker. (Wir haben nicht einmal halb so viel Bienenvölker aktuell.) Rechnet man aber die Zeit in Stunden um, bewertet diese Zeit mit einem vernünftigem Stundensatz, dürfte auch diese Rechnung noch nicht auf gehen. Von den üblichen Verlusten durch Neonicotinoide und allerlei Spritzmittel alle Jahre wieder, will ich gar nicht reden. Wir hatten bislang großes Glück, aber wie lange noch? Aktuell gehen hier die Horrornachrichten wieder um, ein drittel Winterverluste und jede Menge Sturmschäden am Niederrhein. Man traut sich schon gar nicht mehr in die Bienenvölker zu schauen... Geld verdienen mit der Imkerei ist also eine Frage der Masse, nicht der Klasse. Hier fehlt das nötige Bewusstsein für die werthaltige oder ökologische Honigerzeugung völlig, sowohl bei Politikern als auch bei Behörden und Konsumenten-ein aktuelles Problem, das wir bestens aus der Landwirtschaft kennen. Gut Leben als Familie, kann man ab ca. 400 Bienenvölkern. Aber auch dann muss man alle Produkte aus dem Bienenstock gnadenlos produzieren und verkaufen; Propolis, Wachs, Honig... und reichlich helfende Hände haben. Ebenso sind dann Sorten-Honige ein Muss, also muss ein Teil der Bienenvölker auch wandern, was eine ökologische Bienenhaltung absolut unmöglich macht! Das alles kann man leisten wenn man jung und gesund ist. Heutzutage ist die Gründung einer Imkerei nach jahrelangem Lernen oder gar der Ausbildung im Bereich Tierwirt mit dem Schwerpunkt Imkerei eine richtig gute Idee! Immer vorausgesetzt, man ist von den Bienen begeistert und kann mit den Tieren gut umgehen. Jedoch sollte man sich von einer Vorstellung verabschieden: Eine ökologische Bienenhaltung mit Gewinnabsicht gibt es m.E. nicht. Was wir machen: Eine gut geführte ökologische Bioland-Freizeitimkerei betreiben, die sich schwerpunktmäßig in der Zucht engagiert. Zu dem kommen noch einzigartige Versuche hinzu, wie etwa die Experimente mit Einraumbeuten, wie der Bienenbox. (Dazu gibt es dann im Herbst spannendes zu Lesen hier.) Zur Zeit werden wir oft gefragt ob wir Ableger oder Königinnen verkaufen. Das freut uns grundsätzlich, aber wir produzieren wirklich nur wenige Kunstschwärme, Königinnen oder Ableger und geben Königinnen stets nur nach einer Vorprüfung ab, denn nur Qualität und Gesundheit einer Königin garantieren glückliche Bienenvölker und nur die machen den Imker oder die Imkerin froh. Am liebsten geben wir Kunstschwärme ab, das ist für die Bienen die beste (naturnahe) Lösung und schließt eine Übertragung von Krankheiten (Amerik. Faulbrut z.B.) nahezu aus. Vielleicht werden wir bald auch nur noch Kunstschwärme abgeben... man lernt ja immer weiter dazu. Wer sich in die Liste für ein Bienenvolk oder eine Königin eintragen mag, wird von uns auch rechtzeitig benachrichtigt, wenn der Wunsch in Erfüllung gehen kann. Das entscheidet meist das Wetter und die damit verbundenen Blühphasen, also jene Umwelt-Parameter, die wir nicht steuern können. Letztes Jahr war die Zeit der Begattungsflüge bei den ersten Durchläufen der Königinnen so verregnet, dass die Königinnen kaum anständig begattet werden konnten. Die Folge: schlechte Königinnen. Erst die zweite Zuchtserie brachte die erhofften Ergebnisse.

Die Preise für unsere Bienen sind allerdings nicht verhandelbar. (Wer mehr zahlen mag ist gerne willkommen, denn unsere Zucht verschlingt eine Menge Geld und Aufwand.) Von „Verdienst“ ist da am Ende keine Rede mehr. Freizeitimkereien unserer Größenordnung mit dem Schwerpunkt der Zuchtarbeit sind keine Betriebe die gewinnbringend arbeiten. Das wissen sogar die Finanzbehörden, weshalb sie uns Imkern anbieten, nahezu steuerfrei arbeiten zu können. Jeden Cent den wir einnehmen stecken wir in neue Beuten oder Beutensysteme und Winterfutter. Ein Igel in der Tasche führt da zu nichts. Die Stadt Köln und auch andere Städte und Landkreise sind allerdings nicht so spendabel und kassieren bei uns Imkern fleißig ab, denn jedes einzelne Gesundheitszeugnis kostet Geld und "praktisches Parken" beim Schwarmfang kann richtig teuer werden. Die Stadt interessiert es nicht, das wir ein Bienenvolk gerettet haben... Überhaupt ist die Stadt Köln null innovativ was die Bienenrettung angeht. Aber vielleicht ändert sich da ja mal... (Man könnte sich ständig darüber ärgern wie wenig Wertschätzung die Imkerei in den Verwaltungen erfährt, aber man ist ja nicht dazu verpflichtet. Eigentlich sind es die Imker selbst schuld,..) Ich spreche deshalb auch immer von "Abgeben" der Bienen-Ableger und nicht von verkaufen, denn die Völker die uns verlassen, werden einzeln aufgebaut und eine Zeit lang gezielt für diesen Zweck geführt. Wenn Sie also bestellen möchten, können Sie sicher sein, dass in dem Bienenvolk das wir Ihnen eines Tages übergeben, viel Fleiß, Liebe und Mühe steckt. Den Tieren ging es bei uns gut, denn wir lassen die Bienen selbst entscheiden, wie Sie sich entwickeln möchten und ich halte es mit Bruder Adam OSB, der einmal so- oder so ähnlich -sagte; Lass es dir von den Bienen sagen. Imkerliche Grüße Stefan Weirich

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