April 2, 2019

Please reload

Aktuelle Einträge

Erntedank der Imker im Rheinland

November 27, 2019

1/10
Please reload

Empfohlene Einträge

Drohende Winterverluste und der Kampf gegen die Varroamilbe

30 Dec 2017

29.12.2017, der Kampf gegen die Varroamilbe bestimmte den ganzen Tag. Alle Bienenbeuten wurden überprüft, die Behandlung mit Oxalsäure gegen die Varroamilbe wurde durchgeführt. Das ist der einzige Tag im Winter, in dem der Imker die Deckel der Bienenstöcke auf macht und sich den Zustand seiner Völker bei der Überwinterung ansieht. Dafür muss die Temperatur unter 5C liegen und die Bienen geschlossen in einer Wintertraube sitzen und brutfrei sein.  Der Imker beträufelt die Bienen mit der Oxalsäure. Ziel ist es, mit der Säure die Population der Varroamilbe so weit zu reduzieren, dass sie bis zum Frühjahr keinen Schaden anrichten kann.
  
Die Oxalsäure wird von den Bienen aufgenommen und führt zu einer Übersäuerung des Stoffwechsels der Bienen. Die Honigbienen vertragen dies in Grenzen. Die Varroamilbe verträgt aber nicht die übersäuerte Hämolymphe der Bienen und verlässt ihren Wirt, also die Biene. Gerade im Winter ist dies eine tödliche Entscheidung der Milbe was die Bienen entspannter und gesunder macht. Zu Beginn des Jahres, im Frühjahr, sind dann starke Winterbienen der Garant für den Aufbau guter Bienenvölker für die kommende Trachtsaison.

Das funktioniert natürlich nur dann, wenn keine neue Invasion von außen dazu kommt. Schon deshalb müssen die Bienenstandorte sorgfältig ausgewählt werden und sind hoch sensibel hinsichtlich anderer Imker mit Nachbarvölkern in der Nähe. Bei einer fachgerechten Dosierung konnten bislang keinerlei sichtbare Nebenwirkungen an den Bienen erkannt werden. Alle Bienen waren während der Behandlung sehr ruhig und fühlten sich offensichtlich nicht gestört. Allerdings muss der Deckel auch schnell wieder zugemacht werden, damit die Temperatur im Bienenstock nicht gänzlich abfällt. Dass die Völker im Winter noch einmal geöffnet wurden, hatte bislang keinerlei negative Auswirkung auf die Entwicklung im nächsten Jahr. 


Verluste!

Der Blick in die Bienenbeuten ist der Grund für einen unruhigen Schlaf in der Nacht vor diesem Termin. Ich habe mich ständig gefragt, was mich wohl erwartet? Werden viele Völker gestorben sein? Haben die neuen Königinnen die Völker gut im Griff und überwintern gut? Habe ich im Herbst ein Krankheitssymtom oder zu hohen Varroadruck übersehen? Einige Kollegen wissen wahre Horrorszenarien zu Berichten und so wird man als Imker immer etwas unruhig, wenn der Termin der Durchsicht im Winter naht. Das liegt auch ein wenig daran, dass man eigentlich nichts mehr retten kann wenn es einmal zu einem Kollaps in einem Bienenvolk kommt. Die Tiere leiden zu sehen macht keine Freude. Auch wenn es für manche LeserInnen etwas befremdlich wirkt: der Imker hängt sehr an seinen Bienen und kennt seine Königinnen. Verluste sind daher schlimm, können auch zu einer Krise der Imkerei führen, denn eine große Anzahl an Verlusten bedeutet auch einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Nicht jeder Imker kann das wieder ausgleichen und daher ist das Bienensterben auch immer ein "Imkersterben". 

 

Foto: Alles ist gut! Die Bienen in diesem Bienenstock in Siegburg auf dem Michaelsberg haben ausreichend Futter, sitzen auf sechs Wabengassen und es gibt wenig Totenfall. 



So kam es dazu, dass eine gewisse Hektik dabei entstand als ich die ersten Beuten öffnete. Ich bemerkte, dass ich beim Abheben der Deckel immer schneller wurde. Ich wollte sehen wie es den Bienen geht, wissen, was der Stand der Dinge ist!  Als ich den ersten Deckel auf machte, wurde mir ganz übel in der Magengegend, Das Volk war tot! Schnell noch den zweiten Deckel des Nachbarvolkes anheben und nachsehen; das sitzt ein starkes und scheinbar gesundes Volk. Gott sei Dank! Tief durchatmen, nachdenken, Spuren analysieren, was war die Ursache des Kollapses bei Volk 1? Wir haben die Ursache schnell finden können, die Königin hat es nicht geschafft und starb, danach war das Volk verloren. So etwas kommt vor. Manchmal ist die Ursache für ein solches Drama das ein Mensch versehentlich an den Bienenstock stößt, auch ein Specht kann solche Probleme verursachen oder die Entwicklung der Königin war schlicht ungenügend.

Der Rest des Tages war dann außerordentlich erfreulich. Es gab keine Verluste zu verzeichnen, an keinem Bienenstand und alle Völker scheinen richtig gut durch den Winter zu kommen. Die neuen Königinnen aus unserer späten Zucht 2017 haben starke Völker aufgebaut und die Lage im Bienenstock scheinbar bestens im Griff. Besser kann es nicht sein! Ein Verlust ist bislang eine richtig gute Quote, hoffentlich bleibt es dabei, denn der Winter beginnt ja erst. 


 

Die nächste schlaflose Nacht kommt dann im Februar, wenn die Sonne die Bienen zum ersten Mal herauslockt und der "Flugbetrieb" beginnt. Dann werden alle Imker unruhig und wollen wissen wie der Stand der Dinge ist. Ich freue mich wie ein kleiner Junge sich auf Weihnachten freut au