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Auch Bienen brauchen ihren Schlaf!

21 Dec 2016

Imker

Nein, es gibt keinen Winterschlaf bei den Bienen! Forscher haben Honigbienen beim Schlafen nach getaner Arbeit beobachtet und entdeckt: Diese entspannen ähnlich wie Menschen - und sogar ihre Schlafplätze sind geregelt. Honigbienen schlafen nach Tätikeiten, die altersabhängig sind, getrennt. Dabei schlummern junge Bienen die noch Zellen putzen und ältere Larven füttern länger als die Sammlerinnen im Außendienst, wie Forscher berichten. Demnach brauchen Bienen die im Außendienst sind, Blütenpollen sammeln, Nektar sammeln, Kittharz und Wasser herbeischaffen und das Flugloch bewachen mehr Schlaf. Der Bienenschlaf ähnelt ansonsten dem der Menschen: Die fleißigen Insekten haben unterschiedlich tiefe Schlafphasen - und Schlafentzug führt auch bei ihnen zu einer Verschlechterung der Lern- und Kommunikationsfähigkeit.
 

 Auf dem Foto: ächterbienen konntrollieren den Eingang und eine Arbeiterin übernimmt Nektar, während sich eine andere Biene  (rechts) ausruht vor ihrem nächsten Flug.


Nach Angaben der Wissenschaftler schlafen die für die Brutpflege zuständigen Jungbienen mehrmals tagsüber sowie in der Nacht in einer leeren Wabenzelle, die meist im Brutbereich liegt. Werden die Bienen dann älter und wechseln in den "Außendienst", verschieben sie ihre Schlafphasen allmählich in die Nacht und sie schlafen insgesamt weniger. Dazu suchen sie einen ungestörten Platz am Wabenrand und bleiben dort mit hängenden Fühlern sitzen oder sie klemmen Kopf und Hinterleib zwischen zwei Waben und lassen Beinchen und Fühler ganz entspannt baumeln. Die Bienen hätten vermutlich wegen ihrer verschiedenen Aufgaben ein unterschiedliches Schlafbedürfnis, sagte der Würzburger Biologe und Mitautor Jürgen Tautz. Die Forscher hatten am Bienenzentrum der Universität Würzburg das Verhalten von rund 100 Tieren beobachtet und so diese Ergebnisse ermittelt.

Ausruhen auf dem Imker

Im Sommer setze ich mich gelegentlich neben den Bienenstock und lese ein Buch. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass im Bienenstock eine stets wechselnde Lautstärke an Summen und Brummen herrscht. Wird es Abend, werden auch die Bienen ruhiger und so manche Biene hat auch schon ein Schläfchen auf meinem Handrücken, Kopf oder Oberschenkel gemacht. Manche kommen auch bepackt mit vollen Pollenhöschen angeflogen und setzen sich erst mal auf dem Imker ab, ruhen sich einen Moment aus, bevor sie das Flugloch der Bienenbeute ansteuern. Jeder Imker kennt diese Situationen, in denen Bienen eine solche Nähe zum Imker herstellen, solche Momente sind unbezahlbar. Wir Menschen glauben das es sich hierbei auch um eine Form der Zuneigung oder des Tolerierens handelt, so weit würde ich aber nicht gehen. Ich denke viel mehr, das ich gerade passend in der Flugbahn saß und meine Körperwärme angenehm wirkt und ein kleines Schläfchen oder eine Pause auf mir fördert.

Seltene Momente  des Imker-Glücks

Wären da nicht die seltenen Momente, in denen der Imker das Gefühl hat die Bienen wollen ihm etwas mitteilen, könnte man kaum von Kommunikation zwischen Biene und Imker sprechen. Nur sind auch mir schon eigenartige Vorkommnisse passiert, die mich darüber nachdenken lassen, was das genau für eine Bedeutung hat. Darüber werde ich noch berichten.

Jetzt im Winter, der eigentlich gar keiner mehr ist, nach einem Herbst, der in den letzten zehn Jahren um 10 Tage länger andauert, so die Wissenschaft, sitzen die Bienen in einer Wintertraube und wärmen sich gegenseitig. Sie verbrauchen den eingelagerten Honig temperaturabhängig und der Imker kann mit einem Blick entscheiden, ob der Vorrat für den Winter reichen wird. Ausgenommen davon sind längere Kälteperioden. Dann muss gegebenenfalls Honig mit (Puder)Zucker nach gefüttert werden. (Klimaforscher prognostizieren uns, das die Bienen schon in 20 Jahren keine Wintertraube mehr bilden und das ganze Jahr über Futter finden.)

Auch im Winter herrscht keine absolute Stille

Doch auch jetzt herrscht am Bienenstand keine Stille. Wenn man genau hin hört, kann man die Kommunikation der Bienen hören. Zwar ist es deutlich leiser als im warmen Sommer, aber deutlich vernehmbar kruschtelt es im Bien. Bruder Adam sagte einmal, man müssend den Bienen nur zuhören, wenn man wissen wolle, wie das Befinden der Tiere ist. Der Imker oder die Imkerin sollten also die „Bienensprache“ lernen um erfolgreich imkern zu können. Hin hören und sich die Verhaltensmuster, Muster der Geräusche merken, hilft demnach.

Als ich kürzlich ein Loch in einen Beutenständer bohrte, wurden die Bienen trotz kühler Temperatur plötzlich laut. Es kruschtelte im Bien, dann schauten einige Bienen aus dem Flugloch. Als ich beruhigend sagte das ich bereits fertig wäre, herrschte schlagartig wieder die normale Lautstärke. Möglicherweise, so bilde ich mir ein, haben die Bienen mich ja gerochen und wissen, das von mir keine Gefahr aus geht. Aber das ist nur eine Vermutung.

Jetzt heißt es also abwarten und die Weihnachtszeit mit der Familie genießen. Wenn im März dann wieder die Sonne scheint und die ersten warmen Tage kommen, fliege die Bienen aus und putzen ihre Beute, fliegen sich ein und halten Ausschau nach Weidenpollen. Dann sitze ich wieder neben der Beute und lese ein neues Bienenbuch, höre den Bienen zu und schaue mir an, wie viele aus der Beute herauskommen. Das ist der Moment der das neue Bienenjahr einläutet und den Imker glücklich macht. Denn dann kann man genau sagen, wie die Bienen den Winter überstanden haben.

Stefan Weirich


 

 

Auf dem Foto: Bienen kommen in einer warmen Sommernacht aus der Beute um sich dort auszuruhen.

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