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Köln: Heute wurden Bienenköniginnen „umgelarvt“

18 May 2016


Heute trafen sich in Köln engagierte Imker des Kölner Imkervereins und nahmen Larven mit zu ihren Bienenständen, die zuvor in künstliche Weiselzellen "ungelarvt" wurden. Anfang Juni treffen sich dann alle Imker wieder zur Besamung der dann aus den Weiselzellen geschlüpften Königinnen. 

Bei der Zucht von Königinnen entnimmt man junge Larven aus Arbeiterinnenzellen und gibt sie in künstliche Weiselzellen. Sie werden dann von den Ammenbienen zu Königinnen aufgezogen. Die künstlichen Weiselzellen werden Weiselnäpfchen genannt und -wie auf den Fotos zu sehen ist- in sog. „Anbrüter“ verbracht. So kann der Imker genau kontrollieren, wann und wie viele Königinnen ihm zur Verfügung stehen. Anbrüter sind Bienenbeuten, in die eine bestimmte Anzahl an Bienen und Rähmchen verbracht wurden, also künstliche Bienenstaaten ohne Königin. Natürlich wird nur bestimmtes Zuchtmaterial verlarvt, also genau ausgewählte Larven genommen.
 

Auf dem Foto:
Niels Dietrich, Vorsitzender des Landesverbandes der Nordrhein-Westfälischer Buckfastimker e.V. (links) und Ralf Heipmann, stellv. Vorsitzender des Kölner Imkerverein heute beim Umlarven im Lentpark in Köln.


 

 Foto: Kontrolle des Anbrüters und Auswahl der Waben, es darf keine Königin vorhanden sein. 


Am 30. Mai ist es so weit: die jetzt ungelarvten Königinnen schlüpfen und das Imkerherz schlägt höher, denn was da aus der Weisselzelle kommt ist der Zuchtstoff von dem alle Imker träumen; Ertsklassige Buckfast-Königinnen, mit viel Liebe und Aufwand gezüchtet, auf der Basis der Zuchtrichtlinien des Landesverbandes der Buckfastimker. Die Züchter werten und beachten dabei besonders:
- die Vitalität der Bienen
- Vitalität der Brut
- Sanftmut
- Wabenstetigkeit
- Schwarmträgheit
- Fruchtbarkeit
- Honigertrag im Frühjahr
- Honigertrag im Sommer
- Anwendung von Wirrbau
- Anwendung von Propolis
- Angaben zur Varroa
- Überwinterung
- Hygieneverhalten

Will man möglichst krankheitsresistente Bienen, muss man auch auf das Hygieneverhalten der Bienen bei der Zucht achten. Letztlich sind die Dokumentation und Überprüfung und der Zuchtkriterien die Grundlage für stabile und möglichst gesunde Bienenvölker. Zuchtziel sind Bienenvölker, die sanftmütig, leistungsstark, schwarmträge, vital und krankheitsfest sind.

 

 

Da die Larven so klein sind das man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann, muss man schon genau hinsehen, am besten mit Lupe und zusätzlichem Licht. 

 

 


Diese Bienenpopulationen sollen an die jeweiligen Umweltbedingungen gut angepasst sein. Durch die Möglichkeit einer schnelleren Bearbeitung kann eine wirtschaftliche Bienenhaltung gewährleistet werden. Das Verhältnis der Imker zu den Bienen muss stimmen, Bienen die nicht oder nur schwer haltbar sind, machen dem Imker das Leben schwer und er wird sich im Zweifel gegen eine solche Bienenarbeit wenden. Eine stechfreudige Biene ist ein schweres Los für einen Imker, eine sehr krankheitsanfällige Biene kann den Imker wirtschaftlich ruinieren. Bienen so zu züchten, dass viele Menschen sich für eine Bienenhaltung gewinnen lassen und so das Überleben der Honigbiene sichern, ist also auch ein wirklich wichtiges Unterfangen. Letztlich erreicht man das nur durch eine konsequente und ethisch vertretbare Zuchtordnung. Wichtig ist auch die Beachtung der besonderen natürlichen Verwandtschaftsbeziehungen der Honigbiene, bei gleichzeitiger Erhaltung der genetischen Vielfalt.

Der „Zuchtweg“ der Buckfastzucht orientiert sich an der Bienenzüchtungskunde Prof. Ludwig Armbrusters und dem Lebenswerk Bruder Adams, einem begnadetem Imker und Begründer der Buckfast-Bienenzucht.

Die Buckfastzucht kennt folgende drei Zuchtwege:

1)Kreuzungszucht: Die Kreuzungszucht ist hier eine Verpaarung verschiedener Bienenrassen mit dem Ziel einer sich ergänzenden Verbindung zweier Eigenschaftskomplexe. (z.B. Buckfast x Anatolica; Buckfast x Ligustica) 2.2.2 Kombinationszucht:

2) Die Kombinationszucht dient der Intensivierung von Leistungspotentialen durch das Zusammenführen geeigneter Eigenschaftsverbindungen.

3) Reinzucht und Linienzucht: Reinzucht und Linienzucht dienen der Erhaltung der erzielten Zuchtfortschritte. Mittels einer engen Verwandtschaftspaarung oder dem wechselseitigen Verpaaren von verwandten Linien werden wertvolle Eigenschaften konzentriert, intensiviert und stabilisiert.

 

 

Foto: Künstlich geschaffene Weiselzellen in einem Anbrüter. Nun sorgen die Bienen für die Aufzucht der Königinnen. 

Am 10. Juni geht es dann mit den Bienenköniginnen zur Besamung, diese kontrollierten Verpaarungen erfolgen mittels instrumenteller Besamung im Gut Leidenhausen, in Köln-Porz.

Was heute hier in Köln geschah, ist Teil der Arbeit des Kölner Imkervereins für eine stabile und gesunde Bienenpopulation in Köln. Denn Bienen kennen keine Grenzen, sie verpaaren sich quer durch die ganze Stadt. Je mehr hochwertige Zuchtbienen hier zur Verfügung stehen, desto besser ist das auch für das Überleben der Honigbiene in Köln und der damit verbundenen Sicherung der Bestäubungsleistung.



Nachtrag am 20.05.2016: 
Ralf Heipmann von der Dom Imkerei meldet heute, dass von den 80 Zellen die er zum Anbrüten eingehangen hat insgesamt 67 auch angepflegt wurden, (siehe Foto unten). Gleichsam hat er drei neue  Völker bilden können in einer Mini Plus beute, in denen 3 Zellen mit noch nicht geschlüpften Königinnen eingehangen wurden. Der Starter produziert also nun 64 Königinnen. 

 

 


 

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