Die Instrumentalisierung der Schöpfung, - die Biene und das Geld, Teil 1

Warum wir auch Bienenboxen im Einsatz haben – Trend wesensgerechte Bienenhaltung Wirtschaftsbeuten wie etwa die Dadant-Beute bringen bis zu 45Kg Honig im Jahr, besonders motivierte Imker sollen den Bienen sogar 100Kg im Jahr ab verlangen- oder sollte ich besser ab pressen schreiben? Die Bienenbox oder vergleichbare Beuten erbringen nur 15Kg Honigernte pro Jahr und man geht davon aus, die Bienen mit dem eigenem Honig überwintern zu lassen. Betrachtet man die vielfachen Anstrengungen der Züchter und die durchschnittliche Bienenhaltung einmal genauer, so wird man immer wieder darauf stoßen, dass alle Aktivisten bemüht sind, durch Zucht besonders den Ertrag steigern zu wollen. Eigentlich geht es immer darum, auch in so manchen Imkervereinen, die Ertragssteigerung steht immer im Mittelpunkt der Bemühungen. Bald haben auch wir, so vermuten Insider, amerikanische Verhältnisse und eine Bestäuber-Industrie, bei der das Wohl der Bienen keine Rolle mehr spielt. Bienen haben zu funktionieren, basta.

Dazu kann man stehen wie man will, nur sollte man dem Märchen nicht auf dem Leim gehen, dass der Bienenzüchter schlechthin nur das Beste für die Bienen im Sinn haben. Bienen zu halten ist längst zu einer Industrie geworden, wie der Film „More than honey“ auf eindrucksvolle Weise belegt. Link: http://www.morethanhoney.ch Darin ist ja auch wunderbar belegt, woher „das Bienenmaterial“ stammt, nämlich aus Europa. Amtliches Zahlenmaterial wie viele Bienen von Österreich aus in die USA geliefert werden, gibt es nicht. Perversion Bestäubungsindustrie und Bienenkisten aus Holland Das Bienensterben fordert auch hierzulande „Bestäubungsimker“, die Ursachen des Bienensterbens werden oftmals zur Geschäftemacherei zu Lasten der Tiere. Ich wüsste nicht, das sich irgendeine Organisation mit dieser Entwicklung wirklich auch wirksam und kritisch auseinander setzt. Das alles wird einfach so hingenommen, geradezu so, als gäbe es keine Alternativen. Weil wir zu viele Pestizide gespritzt haben sterben die Bienen. Weil die Bienen sterben, werden die Obstkulturen bspw. nicht mehr ausreichend bestäubt und die Ernte dadurch gefährdet. Also braucht man Bestäubungsimker oder kauft, wie ich kürzlich aus einer zuverlässigen Quelle hörte, einfach Bienenkisten aus Holland und stellt diese -sich selbst überlassen- in die Obstgärten. Die Tiere sterben natürlich nach wenigen Wochen, aber bis dahin sind alle Obstbäume bestäubt und die Investition in die Bienenkisten (Paketbienen) haben sich gelohnt. Das die Bienen ein "zuhause" haben das offen ist und Wind und Wetter ausgesetzt ist, in dem die toten Tiere in der "Bienenwohnung" verwesen, spielt keine Rolle. Zum Schluss muss nur noch der Müll weggeräumt werden. Das benachbarte Imker über solche Verhaltensweisen von Obstbauern nicht besonders erfreut sein dürften, liegt auf der Hand. Krankheiten verbreiten sich schnell und kennen keine Zäune, warum solche Vorgenesweisen nicht auch mit juristischen Mitteln bekämpft werden ist mir ein Rätsel. Vielleicht ist die Bestäubungs-Imker Industrie doch die bessere Wahl, wenngleich das geringere Übel? Die Bienen werden also instrumentalisiert und müssen auch auf den eingetragenen Spritzmitteln funktionieren. Die Biene hat eben nicht wirklich eine Lobby, sondern wird eher verniedlicht. Stadtbienen sind übrigens aus diesem Kreislauf ausgenommen, weil sie dem übliche Wahnsinn an Pestiziden nicht ausgesetzt sind. Bestäubungsimker gibt es aber auch in Städten, in Gewächshäusern und industrialisierten Gemüse- oder Obstfarmen. Die Lebensmittelindustrie ist sehr erfinderisch und kennt kaum moralische Grenzen. Amerikanische Verhältnisse, wie in dem Film geschildert, sind nicht mehr so weit entfernt wie mancher Gutmensch sich das denkt. Das neue Handelsabkommen wird diese Form der perversierten Tierhaltung erheblich beschleunigen. Auch zur „Bestäubungsindustrie“ mag man stehen wie man will, am Tierwohl gemessen, ist sie nicht gerade das was man sich unter einem pfleglichen Umgang mit der Schöpfung vorstellt. Manchmal kommt es mir so vor, als hätten die Züchter vergessen mit was sie es zu tun haben; mit einem Tier der Schöpfung Gottes. (Gut möglich, das sie sich sogar aus religiöser Sicht versündigen und eines Tages zur Verantwortung gezogen werden für ihr Tun). Der Imkereibedarf und die Trends In Deutschland blüht das Geschäft mit den Bienen und dem Imkereibedarf. Immer dann, wenn das Geld im Vordergrund steht, spielen artgerechte Haltung und wesensgerechter Umgang mit Tieren keine Rolle mehr. Was gefordert wird, wird hergestellt und geliefert, die Nachfrage beflügelt den Markt. Ebenso wie in der Bienenzucht, die nach wie vor Bienenköniginnen mit geschnittenen Flügeln liefert und auf einen besseren Ertrag hin züchtet. Die Schöpfung zu bewahren ist zwar manchmal ein Vorwand, aber selten wirklich das Ziel. Denn wäre es das Ziel, dann hätten alle Züchter das Beschneiden der Königinnen einstellen müssen, als die Wissenschaft bewiesen hat, das die Tiere Schmerz empfinden können. Es kann also nicht um das Tierwohl gehen. Wir Deutsche kaufen jährlich über 80% unseres Honigbedarfs in Südamerika ein, die gleichen Firmen, die ihre Produkte von dort beziehen, geben hunderttausende von Euro dafür aus, dem Verbraucher in Deutschland vormachen zu wollen, man handele mit einem Naturprodukt und das sei ja etwas Gutes. Übrigens sind jene Firmen natürlich auch Mitglieder der deutschen Imker-Vereinsstrukturen. Das Versagen der Politik Unter welchen zweifelhaften Bedingungen in Südamerika Honig hergestellt wird, scheint in Deutschland keinen Menschen wirklich zu interessieren. Hauptsache das Glas ist schön goldgelb und das Gewissen beruhigt, weil der Text auf dem Honigglas so nett formuliert ist. Wenn der Preis dann noch stimmt, ist alles gut. Zwar würde jeder kleine Imker, der sein -mit viel Liebe hergestelltes Honigprodukt- auch gerne für einen angemessenen Preis verkaufen, doch die Honigindustrie, bestehend aus dem großen Konzernen, diktieren längst den Honigpreis in Deutschland und übt vermutlich auch entsprechenden Druck in den Vereinsstrukturen aus. So was nennt man heutzutage Lobbyarbeit. Dagegen ist auch der Deutsche Imkerbund machtlos, aber was der macht, ist mir ohnehin nicht so ganz klar. Mir scheint, der Imkerbund glänzt nicht gerade durch vielfältige Aktivitäten, bislang ist er mir jedenfalls nicht wirklich positiv aufgefallen und in meinen Jahren als Journalist in Bonn habe ich vom Imkerbund, der im beschaulichen Wachtberg residiert, nie etwas gehört. Die Lüge vom Gelee Royal und andere Seltsamkeiten Wir kaufen das Gelee Royale in einem Kölner Honigladen und fragen uns nicht, wie man an solche Mengen des seltenen Bienenfutters kommen kann? Ganz einfach: man schröpft und melkt die Bienen in China, denn dort ist es der Regierung egal wie man mit Tieren umgeht. Hauptsache die Verpackung ist schön und das Gewissen beruhigt. Wie es den Tieren dabei ergeht spielt in China keine Rolle. Doch das ist nicht nur ein Verbraucherproblem, sondern auch politisch so gewollt, sonst würden namhafte Händler solche Produkte ja nicht verkaufen können in Deutschland. Das der Deutsche Imkerbund gegen Honig-Importe -die unter schändlichen Bedingungen hergestellt wurden- Stellung bezieht, habe ich bislang noch nicht gehört, Sie etwa? Wie Menschen ernsthaft auf die Idee kommen können, ein solches Bienenfutter-hergestellt mittels Leid und Qual für die Bienen- könne ihnen gut tun, ist für mich absolut unverständlich. Schon die Mönche im Mittelalter wussten: wenn ein natürliches Heilmittel helfen soll, muss es schonend geerntet werden. Das war der Grund, weshalb sie die Bienenhaltung kultivierten. Allerdings merkten auch schon die Mönche damals, wie man mittels Zucht die Honigleistung der Bienen verändern kann. Wir Menschen werden auf Grund der Geldgier eben nicht nur schlauer, sondern verdummen auch. Das Kollektive Gedächtnis wird ärmer und kleiner, so scheint es. „Unbequemes Wissen“ fällt der Geldgier und dem ständigen Hunger nach Wachstum zum Opfer. Auch die Bienen sind dem Menschen schutzlos ausgeliefert. Wie lange wird das noch gut gehen? Wo war eigentlich der Aufschrei der Politiker, als der Film „More than honey“ in die Kinos kam? Die Bienen haben eben keine Lobby, jedenfalls keine, die wirklich ihre Interessen, also das Tierwohl zu 100% vertritt. Die Schöpfung zu bewahren wird schon zur radikalen Formel, angesichts der heutigen Entwicklungen. Als Imker in diesem Teufelskreis nicht mitmachen zu wollen ist fast schon ein aussichtsloses Unterfangen, eine echte Herausforderung. Stefan Weirich

#Bienenhaltung

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