Was machen die Bienen nach dem Schlupf als Insekt?

Im "Bien" herrscht Ordnung. Jedenfalls so lange alles den gewohnten Gang geht. Jede Biene durchläuft mehrere Phasen, in der sie unterschiedliche Tätigkeiten ausführt und Erlerntes (!) in die Tat umsetzt. Später dann, vergisst sie das Erlernte wieder und übt eine andere Tätigkeit aus. Kommt es im Bien zum Schwarmtrieb und zieht die Königin mit einem Teil der Bienen aus, hängt sich womöglich an einen ast im Baum, passiert etwas, was die Wissenschaft erst jüngst nachweisen konnte: die Bienen können sich der ehemals erbrachten Tätigkeiten entsinnen und sich wieder darauf einstellen, was sie einst in einem anderen Entwicklungsstadium gemacht haben! Aus einer Flugbiene wird also plötzlich eine Reinigungsbiene, sie übt also eine Tätigkeit aus, die sie als junge Bienen ausführte. Wer das "Kommando" dazu gibt und das Volk aufteilt ist den Wissenschaftlern ein absolutes Rätsel. Theorien gibt es viele, aber echtes Wissen wenig. So viel steht fest: das Stecknadel große Bienenhirn hat scheinbar eine Merk-Funktion, die bei Bedarf aktiviert werden kann. Das Faszinierende daran ist die Ordnung die in einem Bien herrscht. Jede Aufgabe scheint perfekt rationalisiert verteilt, funktionabel und erfolgsorientiert. (An dieser Stelle wurde das Schreiben des Beitrages unterbrochen, da sich eine Biene gerade im Hosenbein des Autors "verlaufen" hatte.) Typischer Anfängerfehler Nr. 3: Niemals das Zubinden oder Einengen des Hosenbeins vergessen wenn man am Bien arbeitet. Bienen lieben es, die Socken und unter der Hose hoch zu krabbeln. Das Bienchen konnte gerettet werden und wurde durchs Fenster entlassen. Stechlust: keine. Die Aufgaben im Bienenstaat auf einen Blick: Tag 1-3 Die Arbeiterin reinigt ihren eigenen Körper und die Zellen, aus denen andere Jungbienen geschlüpft sind. Tag 3.5 Die Jungbiene erledigt immer mehr Putzaufgaben im Stock. Tag 5-12 Die Arbeiterin füttert und betreut die Brut, sie arbeitet als sogenannte Ammenbiene.Weiterhin bringen einige den von den Sammelbienen eingebrachten Nektar in die entsprechenden Zellen. Tag 12-15 Nachdem die Wachsdrüsen ihre Tätigkeit aufgenommen haben, arbeiten einige Bienen als Baubienen: Sie kneten das Wachs, welcher in Schuppen am Hinterleib abgesondert wird, und formen ihn zu Waben oder dichten damit den Stock ab. Man nennt diesen Wachs Propolis. Er hat eine antibakterielle Wirkung. Tag 15-18 Orientierungsflug, die Bienen unternehmen jetzt Orientierungsflüge vor dem Stock und prägen sich die Umgebung genau ein. Später werden sie einmal selbstständig den Stock wiederfinden müssen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass manche Bienen sehr lange herumspazieren und andere Bienen den Orientierungsflug sehr schnell und zügig absolvieren. Den Tieren sagt man auf Grund ihres Verhaltens deshalb unterschiedliche Characktere nach. Tag 18-21 Einige Bienen bewachen das Flugloch und lassen nur Sammlerinnen des eigenen Volkes herein, es sei denn, die angekommene Biene würgt sofort etwas Nektar oder Honig hoch, oder hat ein volles Pollenhöschen. Dann findet sie Einlass in den Stock. Tag 21 folgend... Nun arbeiten die Bienen als Nektar- oder Pollensammlerinnen, (Flugbienen). Sie fliegen aus, um die Nahrung für das Volk heranzuschaffen. Ältere Bienen sammeln auch Wasser oder Harze, wie das aufgeteilt wird und wie viele Bienen das letztlich sind, ist ungewiss. An unserer Tränke wurden tagsüber pro Bien ständig 10-12 Wasserholerinnen gemessen. Auch für die ideale Temperatur im Bien, also der Brut, sind die reifen Bienen verantwortlich, aber auch die männlichen Drohnen. Sie halten die Temperatur im Bienenstock konstant auf 34,5°C. Wird es zu kalt, zittern sie mit ihren Flugmuskeln und drängen sich ganz dicht zusammen. Steigt die Temperatur zu stark an, fächeln sie mit ihren Flügeln Luft herbei, manchmal auch von Aussen am Bienenstock in das Flugloch, sie "sterzeln" dann. Reicht das nicht aus, speien sie Wasser und Stoffe aus ihren Drüsen auf die Brutwaben und schlagen mit ihren Rüsseln darauf. Die schon bald einsetzende Verdunstung senkt die Temperatur gewaltig. Ist die ideale Temperatur zur Aufzucht der Larven erreicht, hören sie wieder auf. Die Lebensdauer beträgt insgesamt 6-8 Monate im Winter, 6-8 Wochen im Sommer. Im Mai sind also schon alle "Neuankömmlinge" hier am Standort tot. Die zweite Generation wird den Sommer über arbeiten und die Dritte Generation wird hier überwintern.


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