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Warum Bienen sich in Bienenboxen richtig wohlfühlen! Wer hat die wesensgerechte Bienenhaltung erfunden?

22 Apr 2016

Imker

Bienenboxen werden in der Regel auf Balkonen und in Städten aufgestellt. 
In einer artgerechten bzw. naturgemäßen Bienenhaltung in der Stadt betrachtet man ein Bienenvolk als Ganzes, das sog. „Bien“. Ein Bienenorganismus beinhaltet neben der Königin, den Arbeiterinnen und den Drohnen auch die Propolishaut und das Wabenwerk. Wir helfen den neuen Bienenvölkern zum Start mit eingehängten Streifen am oberen teil der Rähmchen, das Wachs stammt aus einer Bio-Imkerei unseres Bienenpaten. In den kommenden Jahren verwenden wir nur unser eigenes Wachs in der Bienenbox, also werden die Bienen nur auf den von ihnen selbst produzierten Waben Honig und Pollen einlagern sowie ihre Brut groß ziehen.
Dieser geschlossene, eigene Kreislauf ist ganz wichtig für die Hygiene des Bien. Wir sind grundsätzlich bemüht, alle Umweltgifte vom Bien fern zu halten. Deshalb ist auch die Standortwahl von extrem großer Bedeutung für das Gelingen einer wesensgerechten Bienehaltung.

Wesensgerecht?
Es gibt aber auch Imker, die die Beschneidung der Flügel einer Königin noch als „wesensgerecht“ betrachten. Hier hört unserer Meinung nach der Spaß auf, da wissenschaftlich längst bewiesen ist, das Bienen Schmerz empfinden können. Lösungsmittelhaltige Farben und Lacke haben am Bien nichts verloren, ebenso wie Plastik-Rähmchen oder überhaupt Teile aus Kunststoff. Bienen sind sehr reinliche Tiere und das zeichnet einen guten Honig aus. Wenn die Tiere jedoch unter zu hoher Pestizidbelastung oder anderen negativen Umwelteinflüssen zu leiden haben. Kann man nicht mehr von einer wensensgerechten Bienenhaltung sprechen.

Da im Gegensatz zum konventionellen Imkern bei uns nicht der Honigertrag sondern die Bienenförderung im Vordergrund steht, gelten für eine solche Haltung gewisse Grundsätze, die auch mit den Vorgaben des Verein Stadtbienen.org übereinstimmen:

  • Naturwabenbau, d.h. die Bienen bauen in die leeren Rähmchen wie sie möchten

  • Überwinterung auf eigenem Honig ohne Zufütterung

  • Bienenbehausung aus Holz

  • Behandlungen gegen die Varroamilbe ausschließlich mit organischen Säuren

  • Zusammenhängendes Brutnest und kein Absperrgitter

  • Keine künstliche Königinnenzucht

  • Schwarmtrieb als Grundlage zur Völkervermehrung


Finden Bienen in der Stadt überhaupt genügend Futter (Tracht)?
Das frühe Frühjahr ist der Moment in dem die Bienen wieder richtig aktiv werden. Der erste Ausflug bei schönem Sonnenschein wird genutzt um ab zu koten. Denn Bienen koten nicht in die Beute. Dann blüht meist schon die Salweide und einige andere Pflanzen bieten den Bienen den ersten Pollen an. Auf Balkonen oder in Gärten, auf Grünflächen, Brachflächen oder in Stadtparks und selbst auf Verkehrsinseln finden die Bienen oft mehr- und längere Zeit- Nahrung als auf dem Land. Keine Sorge also, ob Brachland oder Plattenbau, deine Schützlinge finden in ihrem 5km Radius alles, was sie brauchen. In der Kölner Innenstadt ist dr Tisch für die Bienen reichlich gedeckt!

Ist die Qualität des Honigs in der Stadt gut?
Dazu die Stadtbienen.org:
Die Qualität von Honig aus dem Stadtgebiet ist mit der Qualität von Landhonig gleichzusetzen. Als Teil der Überlebensstrategie des Bienenvolks werden schädliche Stoffe aus dem Nektar im Bienenkörper bzw. in den Waben gefiltert (Ventilfilter Honigblase). Ebenso ist von Vorteil, dass die Bienen ihren Nektar aus frischen Blüten einsammeln, die kaum Zeit hatten der Luftverschmutzung ausgesetzt zu sein. Bemerkbar macht sich die Stadthaltung vor allem im Geschmack. Zwar werden in Berlin oder New York auch relativ sortenreine Lindenblüten- oder Akazienhonige gewonnen, diese tragen aber immer auch eine exotische Note: Begonie, Petunie oder Schmetterlingsbaum.

Der Kölner Imkerverein möchte diese Tatsache auch anhand von Untersuchungen stützen und wird das Thema weiter verfolgen, wie ich hörte. Mittels ausgewählter Proben soll ermittelt werden, ob sich der Stadthonig wesentlich vom Landhonig unterscheidet und welcher Honig mehr belastet ist von Schadstoffen. Untersuchungen in anderen Städten haben ergeben, dass der Stadthonig deutlich bessser/reiner ist als sein Ruf.

Wer hat die wesensgerechte Bienenhaltung erfunden?
Möglicherweise kommt die Idee mit der Bienenbox genau zur rechten zeit und die Bienen in der Stadt sichern der Honigbiene in Europa das Überleben. "Bienenboxler" sind aufmerksame Imker und spüren, wenn es den Bienen einmal schlecht geht und können unverzüglich handeln. Auch dadurch unterscheiden sich die "Bienenboxler" deutlich von den Wirtschaftsimkern, fast genau so, wie die Mönche, die die wesensgerechte Bienenhaltung einst erfunden haben, als sie der Zeitlerei den Laufpass gegeben haben und sich mehr um das Wohlergehen der Tiere kümmerten. Der Gedanke dahinter: ein besserer Umgang mit den Geschöpfen Gottes.

Die Zeitlerei hatte bis dahin die Bienen immer "geschröpft" was die meisten Bienenvölker dann nicht überlebten. Bienen wurden durch das Verhalten der Menschen selten, was den Preis für ein Glas Honig in astronomische Höhen trieb, viele hundert Jahre lang entsprach ein Glas Honig einem Wert eines Mittelklassewagens, oder wie man damals rechnete; einem Pferd oder zwei Esel. Die katholischen Mönche gaben den Bienen wieder ihre "Würde" zurück in dem sie die Tiere respektierten und pfleglich mit ihnen umgingen. Dadurch wurde Honig zwar für nahezu jedermann erschwinglich, aber der Bienenbestand in Europa war gesichert. "Bienenforschung" wurde zu einem beliebtem Thema unter Imkern, da man sehr schnell den Vorteil einer wesensgerechten Bienenhaltung merkte: es gab auf lange Sicht hin mehr Honigertrag und weniger Bienenvölker starben im Winter. Diese "heile Welt" hielt so lange,  bis Pestizide, die Amerikanische Faulbrut, die Varroamilbe und der Beutenkäfer in Europa die Bienenvölker erneut reihenweise sterben ließen. Nun ist die Honigbienen wieder aktiv bedroht und man fürchtet um das Überleben der -für den Menschen sehr nützlichen- Tiere. 

Frühe Blütenpracht in der Stadt Köln, aufgenommen am 14.April im unmittelbaren Umfeld der Bienenbox I:

 

 

 

 



 

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