Die Biene wird seit je her als keusches Tier gepriesen und der Lobpreis der Biene reicht zurück bis zur altchristlichen  
Osterliturgie.  
 

Imkern, eine alte, (christliche) Tradition

Bienenzucht war schon bei den Ägyptern und Juden bekannt. Antike Schriftsteller wie Homer, Vergil u. a. beschrieben die Lebensweise der Biene. Sie galt als göttliches Tier, Orakeltier, Symbol der Seele und der menschlichen Tugenden. Antike Schutzpatrone der Biene waren Pan, Priapos und Mellona. Die Biene wurde als keusches Tier gepriesen; man glaubte bis ins Mittelalter hinein an die geschlechtslose Vermehrung der Biene aus dem Aas von Rindern. 

Bei den Kirchenvätern lebten die antiken Anschauungen weiter. Die Biene war ihnen ein Symbol christlicher Jungfräulichkeit, vor allem der jungfräulichen Geburt Christi. Die jungfräuliche Biene bereitet das Wachs für den Gottesdienst, vor allem für die Osterkerze. Daher schon in der altchristlichen Osterliturgie der Lobpreis der Biene in den Praeconia paschalia. 

Der Bienenkorb ist das Sinnbild der Kirche und der klösterlichen Gemeinschaft. Christliche Bienenpatronen sind der hl. Ambrosius, dem der Legende nach eine Biene Honig in den Mund träufelte, der hl. Bernhard von Clairvaux und volkstümlich der hl. Leonhard. 

Katholische Bienensegen in Latein und Deutsch aus dem 9. bis 12. Jahrhundert beschwören die fortfliegenden Schwärme. 

Unsere Buckfast-Biene ist Teil des Lebenswerkes des deutsch-englischen Benediktiner-Mönchs Bruder Adam (Adam Kehrle, 1898-1996), der sich in seinem Kloster (Buckfast Abbey) jahrzehntelang für den Erhalt der Honigbiene eingesetzt hat. Link zur Buckfast Abbey: www.buckfast.org.uk/bees-past-and-present

Im Alter von zwölf Jahren trat Karl Kehrle auf Betreiben seiner Mutter in die englische Benediktiner-Abtei Buckfast (Foto links) ein und wählte als Ordensnamen Adam. Da die Bauarbeiten, die zu jener Zeit im Kloster stattfanden, für ihn zu anstrengend waren, wurde er 1915 der Klosterimkerei zugewiesen, deren Leitung er 1919 übernahm. Er beschloss aufgrund der seinerzeit in England grassierenden Acarapiose, bei der in der Klosterimkerei nur wenige Bienenvölker überlebten, in der Zucht neue Wege zu gehen. Die hierfür erforderlichen Grundlagen zur Anwendung der Vererbungslehre auf die Züchtung von Bienen fand er in Ludwig Armbrusters Bienenzüchtungskunde von 1919. In Kenntnis der hohen Inzuchtanfälligkeit der Honigbiene wandte er sich von der allgemein bekannten Reinzucht als alleiniger Zuchtmethode ab. Basierend auf den Lehren von Ludwig Armbruster züchtete er so in Kreuzungszucht, Kombinationszucht und Reinzucht eine erbfeste Honigbienenrasse, die in Bezug auf Krankheitsresistenz, Charaktereigenschaften und Honigleistung seine Anforderungen erfüllte. Hierzu bereiste er seit den 1920er-Jahren systematisch und konsequent große Teile der Welt, beginnend in Europa bis nach Asien und Afrika, um nach geeigneten Bienenrassen zu suchen, die er in seiner Imkerei testete, um einige in seine Population einzukreuzen. Die daraus entstehende Rasse nannte er zu Ehren seines Heimatklosters Buckfastbiene.

Bruder Adam vertrat bei vielen Auftritten in der ganzen Welt (auch in Köln auf Einladung des Imkervereins) vehement seine Ansichten und wurde dadurch zum anerkannten Bienenwissenschaftler, der unter anderem die Ehrendoktorwürde der Universitäten Exeter und Uppsala erhielt. 1974 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und als Officer in den Order of the British Empire (OBE) aufgenommen (Quelle: teilw. Wikipedia).  

Die Zucht der Buckfastbiene, ausgehend von dem von Bruder Adam weitergegebenen Zuchtmaterial und basierend auf seinen Zuchtrichtlinien, wird von vielen Bienenzüchtern weltweit erfolgreich fortgesetzt. Auch wir arbeiten streng in der Tradition von Bruder Adam. 

Besonders die wesensgerechte Haltung in einer Bienenbox macht die Buckfast-Biene heutzutage auch zu einer Stadtbiene. Immer mehr Menschen halten sich Buckfast-Bienen auf Balkonen oder Dächern, Terrassen oder in Innenhöfen und Gärten mitten in der Stadt. Eine für Bruder Adam sicher noch unvorstellbare Entwicklung, die der Umwelt sehr zum Wohl gereicht. Auch wir haben uns für ungewöhnliche Standorte entschieden, weil sie den Bienen einerseits eine gute und nahe Tracht (Nahrung) bieten und die Beuten (Bienenstöcke) gut geschützt sind. Die genauen Standorte werden aus Grunden des Diebstahlschutzes nicht verraten. Wenn Sie jedoch einmal bei einem Besuch der hl. Messe in St. Maria in der Kupfergasse sind, sind die Bienen nicht weit von Ihnen entfernt. ;-) Einige unserer Bienen können den - einst vom hl. Ambrosius in der Liturgie eingeführten - Gemeindegesang gut hören. 

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